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Idee:

Seit ein paar Jahren ist der Begriff Whistleblower und mit ihm Namen wie Edward Snowden, Chelsea Manning oder Katharine Gun in aller Munde. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie brisante politische Informationen ans Licht der Öffentlichkeit bringen und dafür verfolgt, bedroht und angeklagt werden. Reporter ohne Grenzen will auf diesen Missstand aufmerksam machen. Wenn Whistleblower und Reporter, die mit ihnen zusammen arbeiten, nicht geschützt würden, dann sei damit die Zukunft des investigativen Journalismus bedroht, so die Organisation. Deshalb initiierte die NGO zusammen mit DDB Berlin das Projekt „Whistles for Whistleblowers“. Im Fokus der Kampagne: gebrandete Trillerpfeifen. „Mit den Pfeifen möchten wir auf die Schicksale der Whistleblower und das hohe Gut der Informationsfreiheit aufmerksam machen“, sagt Nils Haseborg, Creative Director bei DDB Berlin. „Gleichzeitig geben wir der Organisation damit ein Instrument zum Fundraising an die Hand.“

Umsetzung:

Als Illustrationen wurden die Köpfe der drei Whistleblower Snowden, Manning und Gun auf die Trillerpfeifen gebracht. Zusätzlich entwickelten die Kreativen ein aufwendiges Packaging, das sich über der Mundpartie der Whistleblower öffnen lässt. „Dank dieser einfachen und direkten Mechanik wird die Idee hinter der Kampagne unmittelbar erfahrbar“, erzählt Copywriter Edward Sedelius. „Man verschafft Edward Snowden und Co. spürbar Gehör.“ Auch bei der Herstellung der Pfeifen wurden keine halben Sachen gemacht. Haseborg: „Wir haben viel Zeit damit zugebracht, nach einem Unternehmen zu suchen, das politisch korrekt produziert und uns letztlich für einen Lieferanten entschieden, der in Deutschland fertigt.“
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Einsatz:

Unter dem Motto „Whistleblower zahlen einen hohen Preis für ihre Informationsfreiheit. Ihrer ist 6 Euro.“ sind die Merchandisingartikel seit Frühjahr dieses Jahres auf der Kampagnen-Webseite erhältlich. Außerdem werden sie von der Organisation bei Demonstrationen eingesetzt. So zog Reporter ohne Grenzen im April dieses Jahres in Berlin mit Trillerpfeifen und Masken prominenter Whistleblower vor die Botschaften der USA und Großbritannien und machte dort lautstark auf die zunehmende Verfolgung von Informanten aufmerksam. Auch im Netz können Sympathisanten unter #W4WB ihre Solidarität bekunden. Ein Kampagnenvideo sorgt zudem für virale Verbreitung. „Wenn man ein Thema zum Leben erwecken und eine Diskussion anfeuern will, muss man Social Media-Kanäle nutzen“, so Haseborg. „Die Debatte, die damit erzeugt wird, ist noch viel mehr wert, als das, was man über die Pfeife einspielt.“

www.reporter-ohne-grenzen.de
www.whistlesforwhistleblowers.org

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