Herausforderung:

Der G20-Gipfel im Sommer 2017 in Hamburg wurde von heftigen Krawallen und Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten überschattet. Drei Tage lang war die Hansestadt im Ausnahmezustand, die Themen des Gipfels rückten dabei zumindest medial in den Hintergrund. Das wollte Jung von Matt/Next Alster ändern: Mit dem Projekt „H2O of G20 – Wasserwerferwasser für Afrika“, entwickelten die Kreativen eine Aktion, mit der sie den Fokus – zumindest im Kleinen – wieder stärker auf die Inhalte lenkten, ganz konkret auf das dürregeplagte Afrika. „Während Afrika unter Wassernot leidet, wird es bei uns im Einsatz gegen Demonstranten rausgehauen. Das war die Initialzündung für unsere Idee: Wir wollten das Wasser nutzen, um dem Gipfel damit doch noch etwas Gutes abzugewinnen. Statt einer Waffe sollte daraus ein Beitrag im Kampf gegen den Durst in Afrika werden“, erklärt Simon Hiebl, Creative Director bei Jung von Matt/Next Alster. 

Umsetzung:

So zog das Team zusammen mit einigen Freiwilligen während der G20-Tage los und fing mit einem Kinderplanschbecken das Wasser zwischen Demonstranten und Polizeikräften auf. Insgesamt kamen so sechs Liter Wasser zusammen, die in einer Gemeinschaftsaktion mit Viva con Agua in zehn Glasflaschen abgefüllt und von zehn Künstlern gestaltet wurden. Die Millerntor Gallery zeichnete für die Designs auf den Flaschen verantwortlich. „Bei der Auswahl der Künstler war es uns wichtig, dass sie aus unterschiedlichen Richtungen kommen – vom Illustrator über den Street Art-Artist bis hin zum Graphic Novel-Zeichner. Außerdem sollten sie alle einen persönlichen Bezug zum G20-Gipfel haben“, erörtert Hiebl. Eine weitere Besonderheit des zehnteiligen Kunstwerks: Jede Flasche ist zwar ein Unikat, doch nebeneinandergestellt ergeben die Einzelwerke auch ein ineinander übergehendes Gesamtbild, „ein gemeinsames Statement für die Solidarität mit Afrika“.

Einsatz:

Zu Beginn des Jahres 2018 wurden die Flaschen dann zugunsten eines Brunnenbauprojekts in Äthiopien online versteigert. Eine Aktion, die von einem Pressekit für Zeitungen und Blogs sowie Social Media-Maßnahmen flankiert wurde. Jeder Künstler wurde einen Tag lang auf der Online-Plattform vorgestellt – mit Vita und einem persönlichen Statement zu seiner Motivation, an dem Projekt mitgearbeitet zu haben. Nach zehn Tage kamen so insgesamt 1831,71 Euro zusammen, ein Betrag, mit dem laut Viva con Agua 20 Familien in Äthiopien dauerhaft mit Trinkwasser versorgt werden können. Hiebl: „Wir freuen uns, dass wir zeigen konnten: Auch im Kleinen lässt sich etwas erreichen. Das Zugpferd der Aktion war dabei ganz klar die Story. Die Geschichte lädt die Flaschen quasi emotional auf. Aber erst die Flasche ermöglicht es, dieses Stück Zeitgeschichte auch zu materialisieren.“

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